vasektomie
Urologie und Labor unter einem Dach!

Vasektomie

Information & Aufklärung

Was benötigt man dazu?

Die Vasektomie kommt nur bei Männern in Betracht, die selbst den freien und unbeeinflussten Wunsch dazu äußern. Da dieser Eingriff in der Regel endgültig zur Sterilität des Mannes führt, ist die abgeschlossene Familienplanung ebenfalls unabdingbare Voraussetzung dazu. Späterer Kinderwunsch kann zwar unter Umständen mit mikrochirurgischer Operation oder künstlicher Befruchtung verwirklicht werden, ist aber sehr kostenaufwändig. Es ist daher sinnvoll, die Partnerin in diese Entscheidung mit einzubeziehen. Zunächst erfolgt ein sehr ausführliches Informationsgespräch (Online Terminvereinbarung), bei dem alle Aspekte dieses Eingriffes im Detail besprochen werden. Die wichtigsten Risikofaktoren für operative Eingriffe im Allgemeinen und für die Vasektomie im Speziellen werden im Rahmen des Anamnesegesprächs erörtert. Die sorgfältige urologische Untersuchung zur rechtzeitigen Erkennung allfälliger krankhafter Veränderungen schließt die Vorbereitungen ab. Nach Unterzeichnung der schriftlichen Einverständniserklärung steht der Vasektomie nichts mehr im Wege.

Wie wird die Samenleiterunterbindung gemacht?

Die Vasektomie erfolgt nach Terminvereinbarung ambulant: Nach Verabreichung der örtlichen Betäubungsspritze wird der Samenleiter seitlich am Hoden durch einen kleinen Schnitt freigelegt. Ein ca. 2 cm langes Stück wird herausgeschnitten und die beiden Enden unterbunden. Zum Schluss wird der Hautschnitt mit einem selbst auflösenden Faden zugenäht. Auf der anderen Seite wird in der gleichen Art und Weise vorgegangen. Die Operationsdauer beträgt normalerweise etwa 30 Minuten.

Die Risiken sind sehr gering

Grundsätzlich ist die Vasektomie ein risikoarmer Eingriff. Kein Arzt kann allerdings die absolute Risikofreiheit einer Behandlung garantieren. Blutungen oder Infektionen sind selten. Örtliche Infektionen können zu einer längeren Nachbehandlungsphase führen, in der die Wunde öfters neu gereinigt und verbunden und/oder Antibiotika verabreicht werden müssten. Etwas länger dauernde Schmerzen oder eine stärkere Schwellung des Hodensacks sind nicht völlig auszuschließen, zumeist können diese aber mit einfachen entzündungshemmenden Schmerzmitteln gut behandelt werden. Nach dem Eingriff können tastbare Narbenknoten zurückbleiben, die aber kaum stören und nur in Ausnahmefällen Beschwerden verursachen. Ganz selten besteht eine unvorhersehbare Unverträglichkeit gegenüber dem Nahtmaterial oder dem Lokalbetäubungsmittel. Selten können Nachblutungen, Narbenknoten, Wundheilungsstörungen oder Abszessbildungen stationäre Nachbehandlungen in einem Krankenhaus oder einen Zweiteingriff(eventuell auch in Narkose) erforderlich machen.

Nicht 100%ig, aber ...

Die Vasektomie ist die sicherste Verhütungsmethode für den Mann. Ausdrücklich muss jedoch darauf hingewiesen werden, dass auch bei kunstgerecht erfolgtem Eingriff Schwangerschaften vorkommen können. Die Schwangerschaftsrate wird in der aktuellen wissenschaftlichen Literatur mit 0.8 pro 1000 Vasektomien angegeben.
Die Ursache für die Verfehlung ist nicht restlos geklärt. Zum einen besteht die Möglichkeit einer trotz sorgfältiger Untersuchung unentdeckten doppelten Ausbildung der Samenleiter. Die erste Samenprobe nach 3 Monaten würde in einem solchen Fall eine größere Anzahl von Spermien enthalten. Und zum Zweiten kann es zur spontanen Wiedervereinigung der regelrecht unterbundenen Samenleiterenden bis zu 6 Monate später kommen. Im zweiten Spermiogramm nach 6 Monaten würde dies aufgedeckt. Durch die Narbenbildung ist eine Wiedervereinigung später als 6 Monate nach der Vasektomie auszuschließen. In beiden Fällen müsste der Eingriff (eventuell auch in Narkose) wiederholt werden.

Wer trägt die Kosten?

Da die Vasektomie prinzipiell am gesunden Mann durchgeführt wird und keine Heilbehandlung darstellt, übernehmen die österreichischen gesetzlichen oder privaten Krankenversicherungen die Kosten dafür nicht. Die Behandlung jeglicher Komplikationen nach einer Vasektomie wird hingegen von der Krankenkasse bezahlt, da nunmehr ja eine „Krankheit“ mit Heilbehandlung vorliegt.

Wie geht es weiter?

Grundsätzlich sollte am Tag nach dem Eingriff körperliche Schonung eingehalten werden, d.h. zu Hause bleiben und ruhen. Alle belastende Tätigkeiten und Sport sollten für 1 Woche gemieden werden (vor allem Joggen, Radfahren oder Reiten). Von Vorteil ist immer das Tragen von gut sitzenden, jedoch nicht einengenden Unterhosen. Eine Entfernung der Hautfäden ist nicht nötig, die Fäden lösen sich normalerweise innerhalb von 2-3 Wochen selbst auf oder fallen ab. Die Wunden sollten erst nach 3 Tagen mit Wasser in Kontakt kommen. Heiße Bäder dürfen erst nach 1 Woche genommen werden.
Im Gegensatz zur Frau ist ein Mann nach der Sterilisation nicht sofort zeugungsunfähig. Monate später können lebensfähige Spermien in den Samenwegen vor der Operationsstelle vorhanden sein und bei der Ejakulation ausgestoßen werden. Aus diesem Grunde muss ein Verhütungsmittel angewendet werden, bis die zweite Spermaprobe keine Samenfäden mehr enthält. Nach drei und nach sechs Monaten wird der Samen dann jeweils mikroskopisch auf noch vorhandene Samenzellen untersucht (=Spermiogramm). Der ersten Ejakulatuntersuchung nach 3 Monaten sollten mindestens 25 Samenergüsse vorangegangen sein, um die Entleerung der Samendepots (Samenblasen) zu gewährleisten.

Was können Sie zum optimalen Verlauf beitragen?

Geben Sie dem behandelnden Arzt alle Vorerkrankungen, insbesondere im Bereich des äußeren Genitales bekannt. Teilen Sie auch mit, wenn allergische Reaktionen bereits aufgetreten oder Medikamentenallergien bekannt sind. Halten Sie sich strikt an die Anweisungen Ihres Arztes, insbesondere was körperliche Schonung, Körperhygiene und Medikamenteneinnahme betrifft. Teilen Sie alle Auffälligkeiten im Verlauf nach dem Eingriff Ihrem Arzt mit. Vergessen Sie nicht, dass bis zum zweiten (samenzellfreien) Spermiogramm Schwangerschaftsverhütung eingehalten werden muss, wie sie es auch bisher schon gewohnt waren.

Mit dem Nachweis der Sterilität in den 2 Samenproben können Partnerinnen auf jegliche Verhütungsmittel verzichten!

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